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Der Schadenfreiheitsrabatt

Der Schadenfreiheitsrabatt wird vor allem bei der Autoversicherung angewendet und berücksichtigt den bisherigen Schadensverlauf des Autofahrers bzw. des Fahrzeughalters bei der Berechnung der Versicherungsprämie. Die entsprechende Tabelle weist bei fast allen Versicherungen die gleichen Klassen sowie Prämiennachlässe auf und weicht nur geringfügig ab. Bei einem Versicherungswechsel zu einer neuen Versicherung kann es durchaus Vorteile für den Versicherten geben, wenn die neue Versicherung einen günstigeren Preisnachlass anhand der eigenen Schadenfreiheitsrabatt-Liste vergibt.

Berücksichtigt wird der Schadenfreiheitsrabatt in der Kfz-Haftpflichtversicherung sowie in der Vollkaskoversicherung. Bei einer Teilkaskoversicherung finden Schadenfreiheitsrabatte keine Anwendung. Hier wird die Versicherungsprämie nur durch die Einstufung des Zulassungsbezirks und durch die Typklasse bestimmt. Die höchste Rabattierung erreicht ein Autofahrer nach 25 unfallfreien Jahren. Je nach Versicherung sind dann nur noch 30 Prozent bzw. 25 Prozent des Normaltarifs zu zahlen.Tarifrechner Für Fahranfänger gelten die Schadenfreiheitsklassen 0 bzw. M. Bei diesen Klassen sind enorme Zuschläge von bis zu 145 Prozent auf den Normaltarif zu entrichten. Über spezielle Anmeldungen auf ältere Autofahrer, beispielsweise die Eltern, können Fahranfänger aber bereits mit niedrigeren Schadenfreiheitsklassen einsteigen und den Rabatt später bei einer eigenen Fahrzeuganmeldung übernehmen.

Nach jedem unfallfreien Jahr steigt der Schadensfreiheitsrabatt weiter. Dabei ist es durchaus üblich, dass die prozentualen Nachlässe in den ersten Jahren größer sind und die Rabatte später langsamer steigen. Bei der Versicherung von Personenkraftwagen gibt es über 25 verschiedene Schadenfreiheitsklassen. Bei Motorrädern und Kleinkrafträdern gibt es deutlich weniger Abstufungen. So wie die Schadenfreiheitsrabatte mit jedem unfallfreien Jahr größer werden, gibt es bei einem Unfall eine Rückstufung in eine schlechtere Schadenfreiheitsklasse. Je nach Anzahl der Unfälle in einem Jahr fällt der Autofahrer oder Halter um mehrere Stufen zurück. Bei drei und mehr Unfällen in einem Jahr kann die Rückstufung bis auf 100 Prozent gehen. Nach der Rückstufung beginnt die Berechnung der unfallfreien Jahre wieder von vorn. Für jede Versicherungsart wird die Rückstufung separat betrachtet. Das bedeutet in der Praxis, dass eine Schadensregulierung über die Haftpflicht nur in der Haftpflicht-Klassifizierung eine Rückstufung zur Folge hat und sich nicht gleich auf die Vollkaskoversicherung auswirkt.

Bei Rückstufungen gibt es allerdings eine Sonderregelung, mit der ein Schadenfreiheitsrabatt auch wieder zurückgekauft werden kann. Das macht vor allem dann Sinn, wenn es sich um Bagatellschäden handelt und die zu zahlenden Schadenskosten geringer sind als die zu erwartende Beitragsanpassung. Wird die Reparatur am eigenen Fahrzeug nicht über die Vollkaskoversicherung oder die Schadenskosten am Fahrzeug des Unfallgegners nicht über die Haftpflichtversicherung reguliert, behält der Versicherte seinen Schadenfreiheitsrabatt. Die Versicherungen sind verpflichtet, bei einer bevorstehenden Schadensregulierung den Versicherten auf diese Möglichkeit hinzuweisen. Die Rückstufung nach einer Schadensregulierung wird zur nächsten Fälligkeit des Versicherungsbeitrages wirksam. Eine Option der Rabattrettung bieten einige Versicherung über einen Zuschlag zu den Auto-Versicherungsprämien an. In einem Schadensfall kann der "Rabatt-Retter" dann in Anspruch genommen werden, was eine geringere Rückstufung zur Folge hat.